Stellungnahme des Personalrats und der Jugend- und Auszubildendenvertretung zur Arbeitgeber- und Ausbildungskampagne des Kreises Heinsberg
Die Gewinnung qualifizierter Nachwuchs- und Fachkräfte zählt zu den größten Herausforderungen des öffentlichen Dienstes. Auch die Kreisverwaltung Heinsberg steht vor der Aufgabe, sich in einem zunehmend anspruchsvollen Arbeitsmarkt als moderner und attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Vor diesem Hintergrund wird die Arbeitgeber- und Ausbildungskampagne „heinswerden“ der Kreisverwaltung Heinsberg vom Personalrat sowie der Jugend- und Auszubildendenvertretung grundsätzlich positiv bewertet.
Die in der politischen Diskussion geäußerte Kritik, insbesondere mit Blick auf die Kosten der Kampagne, wird dabei selbstverständlich wahrgenommen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Mitteln ist ein zentrales Anliegen jeder öffentlichen Verwaltung und bildet eine wichtige Grundlage für das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig sollte die Diskussion auch die langfristigen Herausforderungen berücksichtigen, vor denen Kommunalverwaltungen heute stehen.
Der öffentliche Dienst befindet sich bundesweit in einem intensiven Wettbewerb um Nachwuchs- und Fachkräfte. Viele Verwaltungen sehen sich mit einem zunehmenden Fachkräftemangel, altersbedingten Personalabgängen sowie veränderten Erwartungen junger Menschen an Arbeitgeber konfrontiert. Eine moderne und professionelle Personalgewinnung ist deshalb keine freiwillige Zusatzmaßnahme, sondern ein wesentlicher Bestandteil einer zukunftsfähigen Verwaltung.
Die Kampagne verfolgt das Ziel, die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten innerhalb der Kreisverwaltung vorzustellen und insbesondere junge Menschen auf Ausbildungs- und Studienangebote aufmerksam zu machen. Hierzu gehört auch eine zeitgemäße Ansprache über digitale und soziale Medien, da sich Informations- und Bewerbungsverhalten in den vergangenen Jahren grundlegend verändert haben.
Aus Sicht der Jugend- und Auszubildendenvertretung ist insbesondere hervorzuheben, dass die Kampagne humorvolle Einblicke in den Arbeitsalltag ermöglicht und Auszubildende aktiv eingebunden werden. Dadurch trägt die Kampagne dazu bei, traditionelle Vorstellungen über den öffentlichen Dienst aufzubrechen und die Verwaltung als modernen Arbeitgeber darzustellen. Bereits im vergangenen Bewerbungsverfahren spiegelten die Bewerberinnen und Bewerber zurück, dass sie den Auftritt der Kreisverwaltung in den sozialen Medien ansprechend fanden.
Auch aus personalvertretungsrechtlicher Sicht ist eine nachhaltige Sicherung von Nachwuchs- und Fachkräften von erheblicher Bedeutung. Nicht besetzte Stellen und fehlender Nachwuchs führen langfristig zu zusätzlichen Belastungen für Beschäftigte und können sich unmittelbar auf die Leistungsfähigkeit der Verwaltung auswirken. Investitionen in eine professionelle Arbeitgeberdarstellung und Nachwuchsgewinnung sind daher auch als Investitionen in die Zukunftsfähigkeit der Kreisverwaltung zu betrachten.
Die Jugend- und Auszubildendenvertretung sowie der Personalrat unterstützen daher das Ziel, die Kreisverwaltung Heinsberg modern, attraktiv und wettbewerbsfähig aufzustellen und jungen Menschen langfristig verlässliche berufliche Perspektiven im öffentlichen Dienst zu eröffnen.