Grenzenlos per Rad: Vorrangroute von Roermond nach Mönchengladbach besiegelt
Ein starkes Signal für die Mobilitätswende im Herzen der Euregio: Direkt auf der Staatsgrenze zwischen Wegberg und der niederländischen Gemeinde Roerdalen fiel in Dalheim am Donnerstag, 12. März 2026, der offizielle Startschuss für ein wegweisendes Infrastrukturprojekt. Sonja Zaunbrecher, Dezernentin für Umwelt und Verkehrsplanung des Kreises Heinsberg, unterzeichnete gemeinsam mit hochrangigen Vertretern aus den beteiligten Kommunen eine Absichtserklärung zur Realisierung der neuen Radvorrangroute, die künftig Mönchengladbach und Roermond direkt miteinander verbinden soll.
Ein Korridor für Klima und Lebensqualität
Die geplante Route schließt eine wichtige Lücke im grenzüberschreitenden Wegenetz. Vom Hauptbahnhof Mönchengladbach über das Stadtzentrum Wegberg und die Gemeinde Roerdalen bis hin zum Bahnhof in Roermond soll eine hochwertige, sichere und komfortable Verbindung entstehen.
„Dieses Projekt ist weit mehr als nur ein neuer Radweg“, betonte Sonja Zaunbrecher im Rahmen der Unterzeichnung. „Wir schaffen hier eine echte, konkurrenzfähige Alternative zum motorisierten Individualverkehr. Indem wir den Umstieg aufs Rad attraktiver machen, leisten wir einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz und entlasten gleichzeitig unsere regionalen Straßennetze.“
Starke Partner für ein gemeinsames Ziel
Neben Sonja Zaunbrecher setzten weitere zentrale Akteure ihre Unterschrift unter das Dokument:
- Vincent Zwijnenberg, Wethouder der Stadt Roermond
- Frank Demarteau, Wethouder der Gemeinde Roerdalen
- Ellen Neudek, Technische Beigeordnete der Stadt Wegberg
- Sebastian Dreyer, allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters der Stadt Mönchengladbach
- Stephan Satijn, Der Vertreter der Provinz Limburg, Stephan Satijn, der das Vorhaben ebenfalls unterstützt, musste seine Teilnahme kurzfristig absagen.
Von der Theorie in die Praxis: Fünf Jahre für die Umsetzung
Bereits im Jahr 2021 hatte eine durch Interreg-Mittel geförderte Machbarkeitsstudie das Potenzial der Strecke belegt. Vier Jahre später ist das Projekt nun in der entscheidenden politischen Phase angekommen. Die unterzeichnete Vereinbarung sieht vor, eine gemeinsame Projektgruppe einzurichten, in der jede Kommune durch eine federführende Person vertreten ist.
Die Aufgaben der Gruppe sind klar definiert:
- Trassenoptimierung: Analyse und Behebung bestehender Engpässe.
- Finanzierung: Akquise von Anschlussförderungen über EU- und Euregio-Programme. Es werden auch Mittel aus der Förderung des Strukturwandels verwendet.
- Planung: Abstimmung technischer, rechtlicher und räumlicher Details zwischen den Partnern.
Ein Gewinn für die gesamte Region
Die Beteiligten sind sich einig, dass die Radvorrangroute nicht nur Pendlern zugutekommt. Auch der Radtourismus, ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Kreis Heinsberg und in der Provinz Limburg, wird durch das feinmaschigere und schnellere Netz gestärkt. Zudem fördere die tägliche Bewegung auf dem Rad die Gesundheit der Bevölkerung und steigere die Attraktivität der Region für Bewohner und Unternehmen gleichermaßen.
Die Absichtserklärung hat eine Laufzeit von fünf Jahren. In diesem Zeitraum wollen die Parteien die Weichen für die bauliche Realisierung stellen. „Wir stehen hier heute auf einer unsichtbaren Grenze, um sie für Radfahrer praktisch verschwinden zu lassen“, lautete das Fazit aus der Projektrunde.