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Gesundheit

(Meldung vom 27.07.2022)
Gesundheit

Brunnenwasser ist kein Trinkwasser

Bei den aktuellen Temperaturen ist mancher Brunnenbesitzer froh darüber, für die Bewässerung von Grün- und Gartenflächen auf einen eigenen Brunnen zugreifen zu können. Nicht selten stellt sich die Frage, ob man das Brunnenwasser nicht auch zum Duschen, Waschen oder sogar zum Trinken verwenden könnte. Heidrun Schößler, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, warnt eindringlich davor und weist darauf hin, dass eine Nutzung von Brunnenwasser für Trinkwasserzwecke erhebliche Gefahren bergen kann. „Nur Wasser von höchster Qualität darf in Deutschland als Trinkwasser, für die Körperhygiene oder zum Waschen und Spülen verwendet werden", so die Ärztin.

 

Nicht nur Nitrat, sondern viel häufiger andere Bestandteile im Roh- und Brunnenwasser können Gesundheitsstörungen oder Infektionen auslösen, die unter Umständen über Ausscheidungen oder Abwässer für Dritte gefährlich werden können. Daher wird die Nutzung von Wasseranlagen, aus denen Wasser für den menschlichen Gebrauch gewonnen wird, also auch privat genutzte Brunnenanlagen, in Deutschland streng durch die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) reguliert und von den örtlichen Behörden kontrolliert. „Brunnenwasser darf erst dann zum Duschen, Waschen oder Trinken genutzt werden, wenn die Wasserqualität des Brunnens den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Ob das zutrifft, muss in regelmäßigen Zeitabständen von einem staatlich anerkannten, akkreditierten Wasserlabor festgestellt werden," erklärt die Amtsärztin. „Schnelltestungen, Analysen durch nicht akkreditierte Labore oder mobile Anbieter reichen nicht aus." Dies gelte auch dann, wenn ein Brunnen separat zu einem Hauswasseranschluss und rein privat für Trinkwasserzwecke genutzt werden soll.

 

Welche Labore Untersuchungen nach den gesetzlichen Vorgaben durchführen dürfen, sind auf der Seite des LANUV.NRW oder bei allen Gesundheitsämtern zu erfahren. Wer seinen Brunnen als Trinkwasserquelle nutzen möchte, muss dies vorher beim Gesundheitsamt und dem örtlichen Wasserversorger anmelden und die erforderlichen Untersuchungen nachweisen. „Ob man mit Brunnenwasser den Pool oder das Planschbecken befüllen sollte, ist eine andere Frage", so Heidrun Schößler. Grundsätzlich sollte auch Schwimm- und Badewasser über eine hohe Qualität, am besten Trinkwasserqualität verfügen, gerade weil sich oft Kinder stundenlang darin aufhalten. Filteranlagen sorgen hier nicht für Trinkwasserqualität. „Die zahlreichen gesetzlichen Vorgaben mögen manch einem übertrieben vorkommen. Ihnen ist es aber zu verdanken, dass man im ganzen Land aus fast jedem Wasserhahn bedenkenlos trinken kann und die letzte Choleraepidemie Deutschlands 140 Jahre zurückliegt", so die Amtsärztin.

 

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