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Bustraining für junge Leute der Lebenshilfe

(Meldung vom 10.01.2022)
Bustraining für junge Leute der Lebenshilfe

Kreisverkehrswacht Heinsberg

Heinsberg. Die Bildungsbegleiterinnen Alice Frontczak und Yana Schmitz haben bereits im September 2021 einen 27-monatigen Orientierungskurs für junge Frauen und Männer in der Lebenshilfe gestartet. In drei Rotationsstufen sollen die jungen Leute auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet werden.

Zu diesem Programm gehört auch ein Bustraining für 21 Teilnehmer, um zu gewährleisten, dass die jungen Leute selbstständig mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) das Bildungszentrum erreichen können. Vor dem Praxistest wurden wöchentlich acht Stunden Theorie zur Verkehrssicherheit allgemein und Gefahrenbewusstsein vermittelt.

Treffpunkt war der Busparkplatz am Zentrum in der Richard-Wagner-Straße in Oberbruch. Nach einem gemeinsamen Frühstück mit einer Begrüßung durch Verkehrssicherheitsberater Castens von der Polizei Heinsberg, Johannes Kiwitt von der Kreisverkehrswacht Heinsberg und Busfahrer Hartmut Thomanek vom Verkehrsunternehmen WEST Verkehr ging es los. Hartmut Thomanek ist speziell ausgebildeter Fahrer für den Fahrdienst mit Menschen mit Behinderungen. Jährlich muss Hartmut Thomanek ein achtstündiges Fortbildungstraining absolvieren.

Die praktische Übung begann mit Ratschlägen und Verhaltensregeln beim Einstieg und der Platzsuche im Bus. Verkehrssicherheitsberater Castens und Hartmut Thomanek moderierten diesen Teil gemeinsam.

Auf dem Gelände der Lebenshilfe wurde ein Notbremstest absolviert. Zur Veranschaulichung dieser Gefahrenlage hat Verkehrssicherheitsberater Castens einen ungesicherten Dummy durch den Gang im Bus „fliegen lassen“.

Weiter ging es im öffentlichen Verkehrsraum des Stadtgebietes Heinsberg. An mehreren Bushaltestellen wurde das Ein- und Aussteigen geübt. Wichtig war es den Verkehrsexperten, praktische Verhaltensweisen beim Ein- und Aussteigen zu vermitteln. Menschen mit Rollator oder Rollstuhl lernten, wie sie die Einstiegshilfe (Rampe) am hinteren Einstieg des Busses optimal nutzen können. Anschließend ging die Fahrt weiter, um einen weiteren Notfall zu simulieren. Polizeihauptkommissar Castens simulierte eine Notsituation während der Fahrt, um das geordnete und sichere Verlassen des Fahrzeuges darzustellen. Angenommen wurde ein Brand im hinteren Bereich des Busses mit Rauchentwicklung und Motorausfall. Nun war es notwendig, die Einstiegstüren manuell zu öffnen, um den Bus verlassen zu können. Nach der theoretischen Vorstellung folgte die praktische Übung, die erfolgreich verlief. In nicht einmal 60 Sekunden hatten die Teilnehmer den Bus gefahrlos verlassen und sich in ausreichendem Abstand versammelt.

Letzter Übungsteil war das Anfahren an eine Haltestelle und das Verlassen dieser Haltestelle. Dabei wurde das Problem des so genannten toten Winkels dargestellt. Polizeihauptkommissar Castens verwendete dazu eine Plane, die auf dem Boden ausgerollt wurde. Diese Plane beinhaltete Infos zum „Toten Winkel“ und markierte anschaulich diesen Gefahrenbereich. Die Hinweise waren nicht nur für die Passagiere, sondern auch für den Busfahrer wertvoll. Der Bus der WEST Verkehr ist am Heck mit einem Symbol zur Gefahrenlage des „Toten Winkels“ ausgestattet. Busfahrer Thomanek überließ einigen Teilnehmern den Fahrersitz, so dass diese über die Spiegel des Busses den toten Winkel selbst erleben konnten.

Sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Bustrainings wurden die Teilnehmer wieder zurück zum Parkplatz der Lebenshilfe gebracht. Nach zweieinhalb Stunden Testfahrt endete der Trainingstag. Anschließend erhielten die Teilnehmer von Johannes Kiwitt (Kreisverkehrswacht) mehrere Sicherheitsartikel wie neongelbe Tragetasche, neongelbe Rucksackbeutel, selbsthaftende Smileys und reflektierende Schnapparmbänder, die für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen sollen.

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