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Medikamente einnehmen mit mehr Sicherheit

(Meldung vom 07.12.2021)
Medikamente einnehmen mit mehr Sicherheit

Kooperationsprojekt wird vom Land NRW gefördert

Heinsberg. Medikamente sollen nutzen und nicht schaden: Arzneimitteltherapiesicherheit ist Teamwork. Dieser Anspruch hat in Heinsberg mehrere Akteure zu einem dreijährigen Projekt zusammengeführt. „Medikation – aber sicher“ wurde vom Land NRW gefördert. Projektpartner waren das Gesundheitsamt des Kreises Heinsberg, die ambulante Pflege der Caritas, die Tagespflege der Alten- und Pflegeheime St. Josef, das Lehr- und Forschungsgebiet Wirtschaftsinformatik der RWTH Aachen sowie Apotheker, Haus- und Fachärzte aus Wegberg.

In etlichen Workshops wurden die Medikationspläne von Demenzkranken besprochen. Ziel war es, dass alle Beteiligten – die Patienten selbst und ihre Angehörigen, Haus- und Fachärzte, Apotheker, Pflegekräfte – immer genau wissen, welche Medikamente jemand nimmt. Dies klingt einfacher als es ist, denn oft werden Tabletten oder Dosierungen umgestellt und nicht alle Beteiligten erfahren das.

In dem Projekt wurden mehrere Maßnahmen erarbeitet, die einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit der gemeinsam betreuten Patientinnen und Patienten leisten. Das reicht von der richtigen Lagerung der Medikamente über den Vermerk, wann und von wem die Tabletten oder Tropfen verordnet wurden, bis hin zu dem Vorschlag, bei Verordnung eines neuen Medikamentes oder Überweisung an einen Facharzt immer den aktuellen Medikationsplan anzuheften.

Warum der ganze Aufwand? Werden die falschen Medikamente miteinander kombiniert, kann dies gerade bei alten Menschen zu allen möglichen Symptomen wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Verwirrtheit und Erhöhung des Sturzrisikos führen. Auch frei verkäufliche Medikamente wie etwa Erkältungs-, Schlaf- oder sogar Nahrungsergänzungsmittel sind da nicht ausgenommen. Vielfach wissen die Ärzte nicht, was ihre Patienten so alles einnehmen. Das Risiko unerwünschter Arzneimittelwechselwirkungen steigt mit der Anzahl der eingenommenen Arzneimittel. Wenn sich aber alle Beteiligten darauf einigen, den so genannten bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) zu benutzen und diesen stets aktuell zu halten, kann die Gefahr deutlich reduziert werden. Den Patienten und Angehörigen muss klar sein, dass dies ein wichtiges Dokument für ihre Gesundheit ist.

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier:

https://www.wi.rwth-aachen.de/blogs/medikationabersicher/

 

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