Aktuelles aus dem Kreishaus

VHS Interview

(Meldung vom 01.09.2021)


Computer, Internet und Co. – Wie finde ich den Anschluss?

Interview mit dem VHS-Dozenten Heinz-Peter Jaspers

Kreis Heinsberg. Spätestens durch die Corona-Pandemie ist unsere Lebenswelt immer digitaler geworden. Viele Menschen bewegen sich scheinbar sicherer online als im wahren Leben. Chatten, surfen und streamen scheinen das Normalste der Welt zu sein. So kommt es zumindest vielen, gerade Senioren, vor. Sie sind in einer analogen Zeit aufgewachsen und meinen, den neuen Technologien nicht mehr gewachsen zu sein. Das ist aber nicht nötig. Die VHS bietet eine Vielzahl von Kursen für Interessierte mit geringen Vorkenntnissen an, in denen man in seinem eigenen Tempo genau das lernen kann, was man können möchte. Sei es den sicheren Umgang mit dem Internet oder E-Mails, das Kaufen und Verkaufen im Internet oder das Installieren von Apps.

Heinz-Peter Jaspers, Betriebswirt, ist selbst 70 Jahre alt und weiß genau, wie man Kurse durchführt, um Anfängern den Spaß an der Entwicklung der eigenen digitalen Kompetenzen zu vermitteln.

Herr Jaspers, Sie arbeiten nun ungefähr seit Mitte der 1990er Jahre für die VHS. Sie haben mit Windows 3.11 / 95 angefangen. Was hat sich seitdem alles für Sie und die Teilnehmenden geändert?

Jaspers: Ich habe tatsächlich noch ganz klassisch mit MS DOS als Betriebssystem und MS Word 6.0 für DOS angefangen. Da musste man als Nutzer noch zahlreiche Programmbefehle und Tastenkombinationen lernen. Auch das Internet existierte noch nicht in dem Umfang, den wir heute kennen. Für private Anwender war das damals kaum ein Thema. Mit der Einführung von Windows gelang dann ein enormer Fortschritt in puncto Benutzerfreundlichkeit. So eroberte der PC schließlich mehr und mehr das private Umfeld. Auch die Kursbedingungen für die VHS-Teilnehmenden haben sich seitdem deutlich gewandelt. In meiner Anfangszeit waren die Kursräume ganz einfache Klassenzimmer in Schulen. Gerade für die älteren Teilnehmer war das lange Sitzen auf den Schulstühlen schon eine "orthopädische Herausforderung". Bei einer Gruppenstärke von bis zu 20 Personen, musste man sich damals zu zweit einen Rechner teilen. Die Anmeldung erfolgte in der Regel aus beruflichen Gründen. Heute genießen die Teilnehmer in den komfortabel und modern ausgestatteten Kursräumen ideale Lern- und Arbeitsbedingungen an Einzelplätzen.

Einige der Senioren haben sehr viel Respekt vor der neuen Technik und melden sich deshalb vielleicht gar nicht erst bei einem EDV-Kurs an. Die VHS bietet daher separate Ü60- Kurse an. Wie können Sie diesen Leuten die Angst nehmen, sich mit der neuen Technik vertraut zu machen?

Jaspers: Ich kann die Kurse gerade für diese Altersgruppe ganz besonders empfehlen, denn in der heutigen Zeit können die vielfältigen digitalen Werkzeuge eine große Erleichterung im alltäglichen Leben darstellen. Das Internet steckt voller Möglichkeiten auch für die BestAger. Zudem hat die Corona-Pandemie gezeigt, wie wichtig das Web als Informationsquelle und Kommunikationsmittel geworden ist. Die Lebensqualität lässt sich in vielfältiger Form steigern. Von virtuellen Rundgängen durch Museen in aller Welt über Online-Yoga Kurse oder sogar Video- Klavierunterricht ist fast alles möglich. Eine Anmeldung für einen Einsteiger-Kurs lohnt sich also auf jeden Fall. Der Kurs "Computer Grundlagen 60plus" ist perfekt auf Anfänger ohne Vorkenntnisse zugeschnitten. Mit langjähriger Erfahrung und im Austausch mit den Teilnehmern selbst, haben wir ein Konzept entwickelt, bei dem wir in überschaubaren und perfekt aufeinander abgestimmten Lernschritten durch das Seminar führen. Die Arbeit in kleinen Lerngruppen ermöglicht es dabei, jeden Einzelnen in seinem individuellen Lerntempo bestmöglich zu unterstützen. Eine solide Vermittlung der Grundlagen und Fachbegriffe ist nach meiner Erfahrung entscheidend, um sich sicher durch die digitale Welt zu bewegen.

Informationen und Anmeldung zu allen Kursen: www.vhs-kreis-heinsberg.de

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