Aktuelles aus dem Kreishaus

Geflügelpest

(Meldung vom 16.11.2020)


Hausgeflügel schützen

Kreis Heinsberg. In Deutschland und den Niederlanden sind seit Ende Oktober mehrere Fälle eines Eintrags der hochpathogenen aviären Influenza des Subtyps H5, auch Geflügelpest genannt, bei Wildvögeln nahezu zeitgleich an der Nord- und Ostseeküste aufgetreten. Am 04.11.2020 kam es auf der Hallig Oland erstmals zu einem Ausbruch in einer kleinen Geflügelhaltung mit knapp 70 Hennen. Vor dem Hintergrund des hoch-dynamischen Geschehens hat das Friedrich-Loeffler-Institut seine Risikoeinschätzung erneut überarbeitet. Das Risiko der Ausbreitung der Geflügelpestviren in Wasservogelpopulationen in Deutschland und weiterer Einträge in deutsche Nutzgeflügelhaltungen und Vogelbestände in zoologische Einrichtungen durch direkte und indirekte Kontakte zu Wildvögeln wird als hoch eingestuft. Zwischenzeitlich sind bereits in Norddeutschland Haltungen von Nutzgeflügel betroffen.

 

Die Geflügelpest, ist eine anzeigepflichtige und daher staatlich bekämpfungspflichtige Tierseuche, die bei gehaltenen Vögeln und Wildvögeln zu schweren Erkrankungserscheinungen und massenhaftem Verenden führen kann. Der Kreis Heinsberg appelliert daher an alle gewerblichen und privaten Geflügelhalter, ihre Tiere vor dem Virus zu schützen und die in der Geflügelpest-Verordnung vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen konsequent umzusetzen. Hierzu gehört unter anderem, dass Tiere nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden dürfen. Zudem darf kein Oberflächenwasser für das Tränken der Tiere genutzt werden, zu dem Wildvögel Zugang haben. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Erhöhte Tierverlusten im Bestand, erhebliche Veränderungen in der Legeleistung oder Gewichtszunahme oder ein unklares Krankheitsgeschehen im Bestand sind unverzüglich durch einen Tierarzt abklären und das Vorliegen einer Infektion mit Geflügelpestviren ausschließen zu lassen. Weitere Informationen zur Geflügelpest und zu Biosicherheitsmaßnahmen sind auf der Internetpräsenz des Friedrich-Löffler-Instituts zu finden.

 

Möglicherweise wird es im aktuellen Seuchengeschehen eine Aufstallungspflicht für Geflügel geben. Alle Geflügelhalter sollten sich daher schon jetzt Gedanken machen, wie sie Ihre Tiere im Bedarfsfall tierschutzgerecht unterbringen können und vorsorglich entsprechende Vorkehrungen dazu treffen.

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt weist wiederholt auf die Meldeverpflichtung für Geflügel bei der Tierseuchenkasse NRW und beim Veterinäramt hin.

 

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