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Rodebach

(Meldung vom 07.10.2020)
Rodebach

Erste Teilstrecke fertiggestellt

Heinsberg. Der Rodebach floss bis Mitte August 2020 im Bereich Selfkant-Süsterseel zwischen dem Jabeeker Weg und der alten B56 auf einer Länge von 950 Metern als schnurgerades, in Beton eingefasstes Gewässer.

 

Als Gemeinschaftsprojekt haben die Untere Naturschutzbehörde und die Untere Wasserbehörde des Kreises Heinsberg hier eine Entsiegelung des Rodebaches geplant, ausgeschrieben und umgesetzt. Die Bauunternehmung Tholen aus Geilenkirchen erhielt nach öffentlicher Ausschreibung den Auftrag.

 

Auf der Strecke wurden mehr als 1.400Tonnen Beton entnommen und ordnungsgemäß entsorgt. Desweitern wurde 2.500 Kubikmeter Erde umgesetzt, damit aus dem geraden Verlauf ein naturnäheres Gerinne entsteht. In einigen Abschnitten, in denen die Gemeinde Selfkant Eigentümerin angrenzender Flächen ist, konnte der Bachlauf deutlich verbreitert werden. Nach den Erdarbeiten wurden die Böschungen im Anspritzverfahren mit einer speziellen Ufersaatmischung angesät. Zur Stabilisierung der neugeschaffenen mäanderförmigen Ausbuchtungen wurden diese mit Röhrichtmatten gesichert. Anschließend wurde der bachbegleitende Weg erneuert. Die Arbeiten dauerten vier Wochen. Die Maßnahme wurde zu 80 Prozent vom Land NRW gefördert.

 

Jetzt zeigt der Rodebach unterschiedliche Böschungsneigungen, einen geschwungenen Bachlauf mit unterschiedlichen Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten. Damit wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass sich wieder eine Vielfalt von Tieren und Pflanzen im Bach ansiedeln kann. Die in der Folge reduzierte Fließgeschwindigkeit, kombiniert mit der naturnäheren Gerinnegestaltung, hält das Wasser länger im Bach. Dadurch kommt es zu einer Verbesserung des Kleinklimas in diesem Bereich. Die zusätzliche Wiedervernässung hemmt die Zersetzung der angrenzenden moorigen Böden, bei der ansonsten Kohlendioxid freigesetzt wird.

 

Nach der Entsiegelung eines Abschnittes des Helpensteiner Baches und der Renaturierung des Myhler Baches in der Myhler Schweiz ist dies nun schon das dritte Gemeinschaftsprojekt der Wasser- und Naturschutzbehörde des Kreises Heinsberg. Für nächstes Jahr läuft bereits die Vorbereitung für das nächste Projekt. Dann erhält der Rodebach zwischen Wehr und Tüddern auf einer Strecke von 2400 m ein ganz neues Bachbett.

 

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