Aktuelles aus dem Kreishaus

Kreis Heinsberg blickt nach vorne:

(Meldung vom 28.05.2020)
Kreis Heinsberg blickt nach vorne:

Bioökonomie rückt in den Fokus

Kreis Heinsberg. Der Begriff „hartes Ringen“ umschreibt sehr plastisch, wie die Liste der 83 Zukunftsprojekte inhaltlich gefüllt wurde, die der Aufsichtsrat der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) am Dienstag verabschiedet hat und die der Landesregierung als Leitfaden für den Strukturwandel im Rheinischen Revier dienen soll. Der Kreis Heinsberg kann diese Liste als Erfolg und Belohnung für einen massiven Einsatz werten.

Denn für den Kreis ist der Blick auf die Liste vor allem in qualitativer Hinsicht sehr positiv. „Wir haben genau das bekommen, was wir haben wollten“, betonte Landrat Stephan Pusch nach der Sitzung, „und das sind die Dinge auf die wir uns als Kreis Heinsberg auch konzentrieren wollen.“

Im Fokus steht dabei die Bioökonomie. Denn der Kreis Heinsberg soll für genau diese Sparte zu einem Kompetenzzentrum werden. „Das passt wegen unserer landwirtschaftlichen Historie und der nach wie vor großen Bedeutung der Landwirtschaft für die regionale Wertschöpfung“, sind sich der Landrat und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), Ulrich Schirowski, einig. Hinzu kommt das Vorhandensein von zahlreichen Firmen im Bereich Nahrung im Kreis Heinsberg. In vielen Gesprächen mit der Fachhochschule Niederrhein, dem Forschungszentrum Jülich, der RWTH Aachen und den Vertretern der Landwirtschaft mit Verbandpräsident Bernhard Conzen an der Spitze ist dieses Projekt konkretisiert worden.

Letztlich kann sich das zuständige Ministerium in Düsseldorf mit einer Verortung des Projektes „Bioökonomie“ im Kreis Heinsberg sehr gut anfreunden. „Wir brauchen eine starke Landwirtschaft und eine starke Industrie“, betonen Stephan Pusch und Ulrich Schirowski einmütig. „Wir stehen ohnehin vor einem weiteren Strukturwandel. Mit der Stärkung der heimischen Wirtschaft auf bioökonomischer Basis können wir vor dem Hintergrund von Nachhaltigkeit und Klimaschutz sehr erfolgreich werden und den Kreis ökonomisch und ökologisch für die Zukunft rüsten.“

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Projekt „Future Site InWest“, wie das große Industrieareal in Geilenkirchen-Lindern inzwischen heißt. Dieses Terrain steht auf der ZRR-Liste nun ganz oben. „Auch dafür mussten wir richtig kämpfen“, sagt Stephan Pusch. Man müsse sich aber auch die Frage stellen, wer sich denn nun dort ansiedeln soll. Und hier bietet das Projekt „Bioökonomie“ den aus Sicht von Landrat und WFG geeigneten Ansatz. Aus der Forschung heraus sollen sich Geschäftsideen ergeben, die in Lindern in einer Art Cluster dann verwirklicht werden können. Und so können Stephan Pusch und Ulrich Schirowski mit dem ZRR-Aufsichtsratsvorsitzenden, dem Wirtschaftsstaatsekretär Christoph Dammermann, in ein Horn blasen und sagen: „Wir erwarten einen kräftigen Schub für unsere Region.“

Erkelenz profitiert besonders!

Die Stadt Erkelenz, die durch den Tagebau Garzweiler II unmittelbar betroffen ist, profitiert besonders von den aktuellen Beschlüssen sowie weiteren in Kürze anstehenden Entscheidungen. „Und das ist auch richtig so“, macht Landrat Stephan Pusch deutlich. „Erkelenz trägt die größten Lasten und Erkelenz muss deshalb auch in der Förderung des Strukturwandels eine exponierte Sonderrolle haben.“

Zum einen gehören auch drei durch den „Zweckverband LandFolge Garzweiler“ – einer Kooperationsplattform der Städte Erkelenz, Mönchengladbach und Jüchen sowie der Gemeinde Titz – eingereichten Vorhaben zu der jetzt vom Aufsichtsrat der ZRR verabschiedeten Projektliste. Zum anderen ist Erkelenz mit drei weiteren Entwicklungsprojekten in einem exklusiv für die unmittelbaren Tagebaurand-Kommunen und die Kraftwerksstandorte im Rheinischen Revier aufgelegten Sonderförderprogramm prominent vertreten. Eine Entscheidung über diese Projekte wird in Kürze erwartet.

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