Aktuelles aus dem Kreishaus

Kostenlose Verhütung

(Meldung vom 11.02.2020)
Kostenlose Verhütung

Kreis hat Fonds geschaffen

Heinsberg. Selbstbestimmte Familienplanung – Menschen mit keinem oder geringem Einkommen sind davon scheinbar ausgeschlossen, denn die Kosten für Verhütungsmittel sind für diese eine große finanzielle Belastung. Das hat sich seit Jahresbeginn im Kreis Heinsberg geändert. Nach entsprechendem Beschluss hat der Kreis Heinsberg einen „Fonds zur Finanzierung empfängnisverhütender Mittel für Frauen mit geringem Einkommen“ geschaffen. Es wird ein niedrigschwelliger kostenloser Zugang zu Verhütungsmitteln ermöglicht.

Damit haben nun Frauen nach Vollendung des 22. Lebensjahres, die ohne eigenes Einkommen sind, die Lebensunterhaltsleistungen nach dem Sozialgesetzbuch erhalten, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, die Kindergeldzuschlag oder Wohngeld, BAföG-Leistungen bzw. Berufsausbildungsbeihilfe oder ein vergleichbares Einkommen beziehen, die Möglichkeit, kostenlos Verhütungsmittel zu erhalten.

Damit wird diesen Frauen die Inanspruchnahme aller ärztlich verordneten Verhütungsmittel ermöglicht, vor allem solcher, die in ihrer Wirkung als langfristig wirksam gelten, wie Hormonstäbchen, Spirale oder die Dreimonatsspritze. Frauen bis zur Vollendung des 22. Lebensjahres können entsprechende Leistungen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung in Anspruch nehmen.

Der Antrag auf kostenlose Verhütungsmittel hat schriftlich beim Amt für Soziales des Kreises Heinsberg zu erfolgen. Ein Antragsformular ist in Kürze auf der Homepage des Kreises Heinsberg www.kreis-heinsberg.de unter Bürgerservice/Soziales und Senioren abrufbar. Dem Antrag sind die ärztliche Verordnung des Verhütungsmittels, Einkommensnachweise und ein Kostenvoranschlag beizufügen.

Die Auswahl des im Einzelfall geeigneten Verhütungsmittels sowie die Verordnung obliegt dem behandelnden Facharzt. Die „Anti-Baby-Pille“ kann nur im Ausnahmefall Gegenstand der Leistung sein und zwar dann, wenn die „Pille“ das einzige geeignete Verhütungsmittel darstellt. Dazu muss neben der Verordnung eine entsprechende Erklärung des Facharztes eingereicht werden.

Bei Rückfragen zum Themenbereich steht Eva Jaskulski vom Amt für Soziales des Kreises unter der Rufnummer 02452-135005 zur Verfügung.
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