Aktuelles aus dem Kreishaus

Heimatkalender 2020

(Meldung vom 27.11.2019)
Heimatkalender 2020

Soeben erschienen - 232 Seiten Heimatliches

Kreis Heinsberg. „Der Heimatkalender hat seit jeher geholfen, historische Ereignisse aufzuarbeiten und einzuordnen. Gleichzeitig gibt die Art der Einordnung und Bewertung solcher Ereignisse Auskunft über Denkweisen und Prämissen der jeweiligen Erscheinungsjahre. Doch Zeit bedeutet auch Veränderung. Gesellschaftlicher Wandel, politische Veränderungen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse und der Einfluss großer Ereignisse haben Auswirkungen auf Wahrnehmung, Bewertung und Sichtweise. Und deshalb ist es ebenso legitim wie spannend, wenn Dinge, die unsere Region betreffen, immer wieder neu unter die Lupe genommen werden. Daher werden dem Heimatkalender des Kreises Heinsberg auch nie die Themen ausgehen.“ Das schreibt Landrat Stephan Pusch im Vorwort zum soeben erschienenen Heimatkalender des Kreises Heinsberg 2020.

Wer den 232 Seiten starken Band in die Hand nimmt, spürt sehr schnell, dass die Themen tatsächlich nicht ausgegangen sind. Die Redaktion mit Richard Jochims, Anja Mülders und Michael Straube hat die Beiträge zahlreicher Autoren zu einem bunten Strauß heimatlicher Themen gebunden. Bunt ist in jedem Fall auch schon mal das von Ulrich Hollwitz aufgenommene Luftfoto von Oberbruch, das die Titelseite schmückt und das einen weiten Blick ins Land ermöglicht.

Erstmals seit über 40 Jahren wird aus vielerlei nachvollziehbaren Gründen, die auch beschrieben werden, auf das von Hans J. Limburg erstellte „Kalendarium“ verzichtet. An dessen Stelle treten nun die Kalender-Notizen von Richard Jochims, der an runde Jahrestage aus der Geschichte unserer Region erinnert. Breiten Raum räumt der Heimatkalender 2020 dem Autoren Markus Westphal ein, der sich in gleich drei Artikeln archäologischen Themen widmet und diesmal steinzeitliche Funde in Erkelenz, Zeugnisse zum mittelalterlichen Natur- und Backsteinbau im Kreis Heinsberg sowie neue Erkenntnisse zu den Landwehren thematisiert. Was der Raub von 52 Körben mit Feigen mit dem Ort Zweibrüggen zu tun hat, darüber schreibt Herbert Simons. „Adelige Damen im Land von Zwentibold“ ist eine Serie von A. M. P. P. Janssen in Zusammenarbeit mit Frank Keysers, in der es um die Familie von Leerodt geht. Sehr gut dazu passt dann auch die baugeschichtliche Betrachtung von Michael Jansen zu Schloss Leerodt in Geilenkirchen.

Der religiöse Einfluss auf unsere Heimat ist natürlich auch ständiges Thema im Heimatkalender. Dieses Themenfeld wird in diesem Jahr durch Beiträge von Thomas Richter (Zur Geschichte der reformierten Gemeinde Heinsberg nach Aachener Quellen) und Christoph Nohn (Randerath – zur Charakteristik seiner jüdischen Gemeinde in preußischer Zeit) abgedeckt.

Über auf wundersame Weise heimgekehrte Fahnen schreibt Folkmar Pietsch. Die Geschichte Geilenkirchens als Garnisonsstadt wird von Willi Goertz beleuchtet. Dazu passt dann auch der Beitrag von Hubert Paggen zum Thema „Wie der Flugplatz nach Teveren kam“. Heinz Cleef widmet sich den „Ehrengräbern auf dem Friedhof Waldenrath“.

Ein besonderes Zeitzeugnis ist das, was der 2018 verstorbene aus Aachen stammende Holocaust-Überlebende Kurt Rosendahl, dessen Familie aus Gangelt stammte, zu erzählen hatte. Horst Seferens hat die Passagen von Rosendahls Erinnerungen, wo es u. a. um Gangelt geht, übersetzt und erläutert. Autor Frank Körfer befasst sich einmal mehr mit einer Facette der Hohenbuscher Geschichte sowie mit dem Doverener Theaterverein. Denkmalschutzexperte Marco Kieser hat denkmalwürdige Kirchenbauten aus der Zeit nach 1945 im Blick.

Und auch Personen kommen im neuen Heimatkalender vor. Helmut Karg erinnert an Oberpfarrer Otto Frings aus Erkelenz und dessen Amtseinführung im jahr 1931. Spannend ist der Beitrag von Gertrud Grins, die das Wirken des Gendarmen August Christian Stiefelhagen in Arsbeck von 1937 bis 1945 aufgezeichnet hat. Richard Jochims erinnert an den 2018 verstorbenen Sammler, Heimatforscher und Heidekenner Richard Riediger.

Beiträge über die Viehversicherungsvereine (von Gottfried Engendahl) und die Schuhfabrikation im Kreis Heinsberg (von Hans Reiner Jansen) runden den Heimatkalender ab ebenso wie die naturkundlichen Beiträge über den Dunklen Wiesenkopf-Ameisenbläuling (von Alexander Terstegge) und das Große Mausohr (von Michael Straube). Komplettiert wird der Heimatkalender von Mundartbeiträgen, dem Jahresrückblick und den Literaturhinweisen.

Der Heimatkalender mit seinen 232 Seiten ist zum Preis von 4,50 Euro im örtlichen Buchhandel sowie im Bürger-Service-Center des Kreishauses in Heinsberg erhältlich.
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