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Rurufer-Radweg

(Meldung vom 17.05.2017)
Rurufer-Radweg

Natur hat in Millich Vorfahrt - Neue Route

Hückelhoven. Wer sich häufiger im Bereich Millich an der Rur aufhält, hat sicherlich in den letzten Wochen in der Rur einen Bagger stehen sehen. Der Bagger hat die Reste des ehemaligen Millicher Wehres beseitigt und das Ufer an einigen Stellen etwas abgebrochen.

Die Maßnahme ist von der Bezirksregierung Köln genehmigt und wurde vom Wasserverband Eifel-Rur durchgeführt. Sie ist Teil der Umsetzung zur EU-Wasserrahmenrichtlinie mit dem Ziel, das Gewässer naturnäher und lebendiger zu gestalten. Lebendige, artenreiche Gewässer sind wichtiger Bestandteil des Naturhaushalts, zu dem am Ende auch der Mensch gehört.

Die Rur ist insgesamt zu schmal und fließt zu gleichförmig in weiten Bereichen wie in einem Kanal zu Tal. Die Ufer sind mit Wasserbausteinen gepflastert. Es fehlen steile und flache Uferabschnitte, Kiesbänke, Stromschnellen und Kolke. Erst wenn diese Strukturen wieder vorhanden sind, kann sich Artenreichtum einstellen.

Zu diesem Zweck wurde auch das neue Naturschutzgebiet „Obere Ruraue“ im Jahre 2016 unter Beteiligung der Öffentlichkeit und mit breiter politischer Mehrheit vom Kreis Heinsberg ausgewiesen. Die Wasserqualität der Rur ist für die naturnahe Entwicklung geeignet und wird sich in Folge der mit der Maßnahme verbundenen höheren Strukturvielfalt weiter verbessern. Die vorgenommene Maßnahme soll fehlenden Strukturreichtum in dem betroffenen Abschnitt initiieren, denn nach einem Hochwasser werden gewollt weitere Uferabbrüche und Anlandungen entstehen.

„Wir wollen die Rur ein Stück weit naturnäher gestalten“, das ist die Intention auch des Kreises, wie der Leiter des Amtes für Umwelt und Verkehrsplanung, Günter Kapell, erklärt. Eine der Folgen ist, dass der beliebte Rur-Ufer-Radweg in diesem Bereich verlegt werden musste. „Eine andere Lösung für die Wegeführung war aufgrund der Eigentumsverhältnisse leider nicht möglich“, sagt Günter Kapell und bittet die Radfahrer, die Beschilderung am Rur-Ufer-Radweg zu beachten. „Auf wenigen hundert Metern hat nun die Natur am Ufer der Rur Vorfahrt“, sagt Günter Kapell, „dafür bitten wir die Radfahrer um Verständnis.“
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